Künstliches Kniegelenk

 

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Kniearthrose ist die fortschreitende Knorpelabnützung bis hin zum Knochen-Knochen Kontakt. Sie ist die häufigste Schmerzursache im Knie. Zu Beginn ist nur Schmerz beim Anlaufen da, zuletzt jedoch Schmerz bei jeder Belastung und ein Dauer- und Nachtschmerz.

Ein starker Schmerz ist der Hauptgrund für das Einsetzen eines Kunstgelenkes, solange der Schmerz mit anderen Mitteln ohne Nachteile beherrscht werden kann, kann mit dem Eingriff zugewartet werden.

Ziel der Operation ist der uneingeschränkte, schmerzfreie Gang. Je nach Arthrosetyp, kann eine Teil- oder Totalprothese eingesetzt werden, in der Regel eintscheidet dies der Knieorthopäde anhand des aktuellen Röntgenbildes. In bestimmten Fällen, wie z. B. einer ausgeprägten Fehlstellung können Spezialaufnahmen, wie eine Ganzbein Aufnahme oder ein CT (Computertomografie) erforderlich sein.

Das Einsetzen einer Knieprothese ist eine sehr häufige Operation, auch im Spital Emmental ist sie Routine. In der Schweiz werden pro Jahr etwa 6000 Knieprothesen eingesetzt, weltweit über 2 Mio. Die Operation erfolgt meistens in Regionalanästhesie, kann aber unter bestimmten Umständen, oder auf Wunsch des Patienten in Vollnarkose erfolgen. Sogar eine simultane Operation beider Knie in einer Sitzung ist möglich. Der Patient tritt normaler Weise am Operationstag nüchtern ein, eine ev. Blutverdünnung muss vorher abgesetzt werden. Der Eingriff dauert ca. 90 Minuten. Ein wesentlicher Bestandteil des künstlichen Gelenksersatzes sind die nachfolgende Physiohterapie und die konsequente Stockentlastung. Damit ist der Patient für ein hervorragendes Endresultat z. T. mitverantwortlich.

Erste Gehübungen und Physiotherapie beginnen bereits am ersten Tag nach der Operation, der durchschnittliche Spitalaufenthalt beträgt 5-7 Tage. Nach Spitalaustritt geht der Patient ca. 3 Monate mehrmals wöchentlich in Physiotherapie, Kontrollen durch den Arzt erfolgen nach 6 und 12 Wochen. Das Einsetzen einer Knieprothese ist ein komplikationsarmer Eingriff, die häufigsten Komplikationen sind Infektion oder Thrombose. Abschirmung mit einem Antibiotikum schon vor der Operation und die nachfolgende Blutverdünnung sind daher Pflicht.

Von einem küstlichen Knie darf der Patient eine uneingeschränkte schmerzfreie Mobilität erwarten, Extrembelastungen mit starker stossweiter Belastung können aber zur vorzeitigen Lockerung des Implantates führen. Damit sind Sportarten mit ausgeprägtem Stopp-und-Go, oder Rotation des Knies unter Belatung unerwünscht. Darunter fallen Sportarten wie Fussball, Tennis, Alpinski oder Kampfsport. Problemlos sind Schwimmen, Velofahren, Wandern, Langlaufski und Golf.

Von allen heute eingesetzten Kunstgelenken hat die Knieprothese die längste Überlebbensdauer, sie liegt zwischen 20-30 Jahren. Wird eine Knieprothese einmal locker, kann sie auf eine grössere gewechselt werden, der Eingriff ist dann etwas aufwändiger als die Erstoperation.

Auch im Spital Emmental zählt die Knieprothese zu den häufigsten Eingriffen, pro Jahr werden im Durschnitt 150 Knieprothesen erfolgreich eingesetzt.   Dr. med. Jiri Huracek