CTS Schema 600Das Karpaltunnelsyndrom ist eine der häufigsten Erkrankungen der Hand. Es handelt sich dabei um eine Nerveneinklemmung im Handgelenkskanal, betroffen ist der sensible Hauptnerv der Hand, der Nervus medianus. Ein Grund für die Krankheit ist nicht bekannt, Frauen sich deutlich häufiger betroffen als Männer und die rechte oder die linke Hand ist nicht bevorzugt.

Unbehandelt entwickelt sich die Krankheit kontinuierlich weiter. Anfangs treten nur gelegentliche, vorwiegend nächtliche Missempfindungen auf. Später wird das Tastgefühl zunehmend schlechter, es können brennende Schmerzen auftreten und umschriebener Muskelschwund. Im Endstadium kann es zu einer vollständigen Schädigung des Nerven kommen, der sich dann auch nach einer Operation nicht mehr erholt.

Die Diagnose des CTS ist einfach und kann mit einer einfachen Untersuchung in der Arztpraxis gestellt werden. Für die Behandlung des CTS wird jedoch eine neurologische Untersuchung mit Nervenleitmessung benötigt. Erst anhand dieser Messwerte kann entschieden werden, ob die Hand operiert werden muss, oder ob noch konservative Massnahmen möglich sind. Die konservativen Behandlungsmöglichkeiten bestehen aus Tragen einer Handgelenksschiene während der Nacht, Kortisoninjektionen oder Ergotherapie, sie sind nur der wenig ausgeprägten Nerveneinklemmung im Anfangsstadium vorbehalten. Ist der Nervenschaden weiter fortgeschritten, ist immer eine Operation erforderlich.

Die Karpalkanaloperation ist eine der häufigsten Operationen am Menschen weltweit. Es ist ein kleiner, ambulanter Eingriff, der in Regionalanästhesie durchgeführt wird. Er besteht in Längsspaltung des Kanals, mitsamt seinem zentralen Querband, dem Retinaculum flexorum. Während der Nerv profitiert und sich in Abhängigkeit vom Ausmass seiner Schädigung mehr oder weniger rasch erholt, wird die Hand durch das fehlende Band geschwächt und muss geschont werden. Bis wieder eine belastbare Verbindung im Bereich des Retinaculum flexorum entsteht, können 4 bis 6 Wochen vergehen. So lange sind nur leichte Arbeiten möglich, ein Heben von schwereren Lasten nicht.

Die CTS-Operation ist ein ausgesprochen komplikationsarmer Eingriff. Ausser gelegentlichen Narbenproblemen gibt es kaum Probleme, eine Verletzung des Nerven während der Operation ist eine Rarität. Der Eingriff kann wahlweise im Spital, einem Amulatorium der im zugelassenen Operationssaal in der Arztpraxis durchgeführt werden.     Dr. med. Jiri Huracek